SILVIA, du wirst versetzt!

So hart das eben nun auch klingen mag, aber leider ist es aktuell bittere Realität.

Die Information des Lebens an mich ist die, dass ich immer wieder versetzt werde.

Und glaubt mir – das ist alles andere als lustig.

Weder ist es witzig in einem Lokal auf jemanden zu warten, auf den man sich freut, weil man sich gerne austauscht. Noch ist es lustig, für den eigenen Selbstwert als Frau, wenn die Jungs in letzter Konsequenz dann einfach nicht auf der Bildfläche erscheinen.

Also, obwohl ich mein Leben in vollsten Zügen genieße und ich Gott sei Dank so aufgestellt bin, dass so ein „Versetztwerden“ eher nur ein Schlenkerer ist, der mich kurzfristig auf meinem Lebensweg aus der Bahn wirft, muss ich mir eingestehen: Die Information des Lebens an mich aktuell ist:

SILVIA, du wirst versetzt!

Nun wisst ihr ja mittlerweile, wenn ihr meine Texte lest, dass meiner Meinung nach das Leben so tickt, dass es immer weiter Informationen liefert, die einen auf das Kernthema, das es zu lernen gilt, hinführen sollen. Und zwar so lange bis man die Nachricht, die dahinter liegt, kapiert hat. Und da ich schön langsam echt die Schnauze voll hab davon, absichtlich oder unabsichtlich versetzt zu werden, liegt da jetzt wohl eine Aufgabe vor mir, die ich annehmen werde.

Natürlich ist es ein Eckhaus einfacher aufs Ego zu hören und zu sagen: „Mensch, die haben doch alle einen Knall die Jungs und erkennen einfach nicht was du wert bist!“

Aber ganz so einfach kann und will ich es mir nicht machen. Denn ihr kennt mich ja schon ein bisschen. In meiner Welt gilt der Grundsatz: „Beginne immer bei dir selbst“ und somit gilt es da jetzt einfach wo hinzusehen.

Was ist es, das dazu führt, dass ich mich für meine Begriffe jetzt schon zu oft in so einer unfreiwilligen Warteposition wiederfinde?

Was genau strahle ich aus, das ein fix vereinbartes Treffen letztendlich nicht zustandekommen lässt?

Und ihr werdet es nicht glauben! So leicht es mir fällt es bei anderen zu erkennen wann sie die falsche Abzweigung nehmen oder unehrlich zu sich sind, so schwierig ist die Selbsteinschätzung für mich.

Ich habe eine Vermutung. So meine ich es könnte daran liegen, dass ich mich mit meinem Enthusiasmus so in eine Begegnung reinhau, dass ich einfach über gewisse Signale drüberfahre. Diese Vermutung habe ich.

Diese Freude am Austausch nimmt mir glaube ich jegliche Sensibität für die ausgesendeten Zeichen meines Gegenübers, die oftmals anders sind als die ausgedrückten Worte.

Immer wieder falle ich drauf rein, den Worten zu glauben und die meist nicht den Worten entsprechenden Handlungen zu ignorieren. Doch wirklich authentisch ist die Sache ja nur dann, wenn Worte und Taten in Einklang sind.

Wenn einer sagt: „Ich finde dich interessant und ich würde dich gerne treffen“, dann aber auf die Frage „ok – wann und wo?“ ewig nicht antwortet und einfach kein Termin zustandekommt, was ist dann wohl Sache?

Ist es der Stress? Glaubt ihr das? ICH glaube mittlerweile, dass die Nichthandlung bedeutet, dass die Priorität dieses Treffens nicht dem gesprochenen Wort entspricht.

Was ich gerade eben intensiv lernen darf ist, glaube ich, dass ein echtes JA und ein echtes NEIN dadurch geprägt sind, dass sie mit den konform gehenden Handlungen übereinstimmen.

Daran versuche ich mich auch auf der anderen Seite der Medaille zu halten. Denn auch mir begegnen Männer, die mir nicht so tief unter die Haut gehen. Die ich zwar durchaus nett finde, die aber nicht so interessant sind, dass ich wirklich viel Zeit mit ihnen verbringen will. Ich würde mich freuen, wenn ich sie zufällig mal in der Stadt treffe, mit ihnen gerne auf einen schnellen Tratsch gehen, aber für eine intensivere Begegnung würde es von meiner Seite aus nicht reichen.

Und ja! Es ist schwer Ihnen zu sagen, dass das so ist. Und dennoch spreche ich fairerweise in dem Moment, wo mir das bewusst wird, ein klares „Nein“ aus. Noch schwieriger ist es, sich dann daran zu halten und nicht in einem Moment, in dem mir einfach langweilig ist und ich gerne eine kurzweilige Abwechslung hätte, eine nette SMS zu senden und dann doch auf einen (wie ihr wohl bemerkt – sehr warmgehaltenen) Kaffe zu gehen.

So geht man mit anderen Menschen nicht um – man hält sich Menschen nicht warm. Und ganz genau deshalb halte ich mich bei meinem Nein auch wirklich eisern daran, dass es auch tatsächlich ein Nein bleibt.

Denn ich weiß wie unangenehm ein astreines JEIN sein kann. Ich konnte es schon spüren.

Zum Beispiel da, als die Worte hießen: „Wir treffen uns um 8:30 in Il de France“ und die Handlung des Nichterscheinens zeigte, dass ebendies nicht so ist.

In diesem Sinne lege ich euch ans Herz zu üben, die echten Neins und Jas des Lebens zu sprechen und auch tatsächlich zu leben. Denn ich glaube, dass diese unsere Welt einfacher machen.

Sowohl für denjenigen, der es schafft seine Worte und Taten in Einklang zu bringen – die Kraft, die in authentischen Tun liegt ist einfach enorm.

Als auch bei demjenigen, der die Signale empfängt – denn der kann sich darauf verlassen, dass er es mit jemandem zu tun hat, dessen Worten er in letzter Konsequenz vertrauen kann.

Herzlichst, deine
Silvia

PS.: Wenn auch du lernen willst in deinem Leben klare JAs und NEINs zu formulieren (diese sind ja in allen Begegnungen des Lebens wichtig – seien es Kinder, Kunden, Freunde, Männer, …), dann melde dich gerne bei mir zu einem kostenlosen Beratungsgespräch unter s.lindner@me.com, bei dem wir herausfinden können, ob ich dir auf dem Weg zu einem authentischen Sein helfen kann. Ich freue mich auf dich!

PPS.: Meine lieben Herren, die ihr aktuell dazu da seid mir diese Lektion zu schenken. Da ihr ja irgendwann meintet, dass euch meine Texte gut gefallen und ihr eventuell meine Zeilen ab und an im Hintergrund doch lest (mein Ego zumindest würde sich darüber enorm freuen, wenn das so wäre). Ich send euch hiermit eine herzliche Einladung, mir zu sagen was genau es ist, das dazu führt, dass ihr ein Treffen mit mir vergessen habt oder dass ihr einfach nicht erschienen seid und euch danach nie wieder gemeldet habt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir alle daraus lernen könnten – ihr vielleicht an einem früheren Zeitpunkt schon ein ehrliches NEIN zu formulieren und ich… tja… das werde ich schon noch herausfinden.

PPPS: Dieses PPS wollte ich eigentlich schreiben. Merkt ihr es? Es ist die astreine Aufforderung an die Herren der Schöpfung wieder ins JEIN zu gehen. Das NEIN, das sie durch deren Handlung gesprochen hatten, durch Worte wieder aufzuweichen. Denn was ich jetzt bei einem Kaffee mit einer Freundin gerade erkennen durfte ist: Ich achte zwar die Grenzen der Menschen, die von mir ein astreines NEIN erhalten aus Wertschätzung ihnen gegenüber sehr. Meine eigene Grenze, die ein NEIN im Außen erfährt, achte ich allerdings selbst nur sehr schlecht. Zu groß ist die Versuchung, wieder Nähe herzustellen und in dieses ganz alte, lange gelebte Muster hineinzufallen, das es in einem andere Blog noch genauer zu ergründen gilt.

PPPPS.: Mir erscheinen aktuell auch immer in den Momenten Lieder, die dann zu einem Text passen. Aktuell ist es „Oh what a night“ – was es mir sagen will, kann ich noch nicht zuordnen – aber ich möchte es auf jeden Fall einfach einmal hier festhalten.

https://www.azlyrics.com/lyrics/fourseasons/december1963ohwhatanight.html